Ich habe schon länger nichts darüber berichtet, was in Malawi los ist. Und es ist wirklich viel los. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen könnte. Letztens habe ich erfahren, dass die Regierung in Malawi die Währung abgewertet hat. Das hat fatale Folgen.
Über Nacht wurden sämtliche Artikel teurer. Das trifft besonders die Armen unter den Armen. Benzin, Düngemittel sind Importe, für die jetzt das Doppelte gezahlt werden muss. Aber es betrifft eigentlich alles.
Wer letztlich dafür verantwortlich ist, ob die Regierung, der IWF, die Weltbank ist am Ende egal, denn alle sind betroffen. Was kann ein einfacher Mensch tun? Was kann die Gesellschaft tun?
Sind die Menschen in Malawi einfach nur ausgeliefert? Welche Möglichkeiten gibt es?
Ist das alles nur ein soziales Experiment? Will man sehen, wie weit man gehen kann? Interessante Nebensächlichkeit: Noch am Tag vor der Währungsabwertung waren Bill Gates und Hillary Clinton in Malawi. Rein zufällig. Bisschen Land kaufen, oder was? Herr Gates hätte die 400 Millionen Dollar, die Malawi irgendwelchen Banken schuldet, aus der Portokasse zahlen können. Es ist Taschengeld im Vergleich zu den Gewinnen aus vielerlei Unternehmungen. Welche Gründe gab es wirklich für die Anwesenheit in Malawi? Rätsel über Rätsel. Und Spekulatius.
Die Welt schaut auf Israel, sie schaut nicht ins kleine Malawi. Israel, zuvor die Ukraine. Für Waffen hat der Westen ein Herz und genügend Geld. Natürlich ist es tragisch, was dort passiert. Ich habe mit Shaba über unser Israel gesprochen. Auch vorher schon, als ich die fortschrittlichen Anbaumethoden in Israel mit Shaba erörtert habe.
Wie können wir Menschen für die Nöte in Afrika sensibilisieren? Wie können wir Projekte, wie das von Shaba weiter fördern? Welche Möglichkeiten gibt es, (nicht nur) in diesem Land die Abhängigkeit von westlichen Banken und östlichen Verlockungen zu verringern oder sich gar zu befreien?
Dürfen afrikanische Länder überhaupt frei und unabhängig sein? Und was ist mit der Bevölkerung? Besteht sie nicht aus Menschen die eine Würde besitzen? Zum Glück (möchte ich sagen) gibt es Jesus und den Glauben an Gott. Egal, was mit uns passiert, wir sind im Glauben nicht mehr den Dingen der Welt unterworfen. Wir mögen auch leiden. Wir mögen auch gute Zeiten haben. Das Leben in der Welt ist für uns aber nicht mehr als eine Zwischenstation. Bis Jesus wieder kommt bete ich dafür, dass mehr und mehr Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Dann wird die Welt ein wenig besser, denn es gibt mehr Brüderlichkeit, mehr Zusammenhalt, wir achten mehr aufeinander, wir sind weniger egoistisch, wir benutzen unser Gehirn, wir übernehmen Verantwortung. Ja, wir können gut sein. Und am Ende sind wir doch auch nur alles Sünder.
Ich hoffe, wir können Shaba und seine Gemeinde besser unterstützen, damit Alte ihre Würde behalten können, denn er kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten. Doch die sind jetzt umso bescheidener, wenn die Menschen, die in den Gottesdienst kommen, nicht mehr geben können, sondern weniger. Und das wenige ist nur noch halb so viel wert.
Wer also etwas übrig hat, kann Shaba und seine Gemeinde unterstützen. Ich gebe gerne die Kontaktdaten weiter.
Ich habe schon lange nichts mehr für Malawi-Friends geschrieben. Aber jetzt wird es Zeit! Die Ernte steht an und das ist etwas zum Feiern.
Shaba und ich kommunizierten immer wieder mal, wenn sich die Gelegenheit ergab. So erfuhr ich, wie es Shaba in Malawi ergeht. Es ging um die Hühner, um das Radio, um die Benzinknappheit, und um Alltägliches. Und ich erzählte ihm von meinen Sorgen, aber auch von den Freuden mit meinen Söhnen.
Weder hier in Deutschland, noch in Malawi leben wir in Lala-Land, sondern in einer Welt, in der normale Menschen mit alltäglichen Sorgen zu kämpfen haben.
Die Schilderungen aus Malawi sind so anders. Wie das Leben in Malawi wirklich ist, kann ich mir aber immer noch nicht vorstellen. Ich kenne Shaba und ich schätze ihn sehr und ich bewundere seine Tatkraft. Doch manchmal mache ich mir Sorgen. Schafft er das alles? Und dann denke ich, das ist eben Afrika und nicht Europa.
Wir in Europa, in Deutschland, können es uns gar nicht vorstellen, was es heißt, an eine Tankstelle zu kommen und dann stundenlang zu warten. Und dann vielleicht noch vergeblich zu warten, weil die Lieferung, die ein Tanklaster anlieferte, nicht für alle ausreichte. Was würden wir machen?
Wo der Mangel ist, da gibt es auch Menschen, die den Mangel ausnutzen, um einen florierenden Schwarzhandel zu betreiben.
Dann kostet der Liter Benzin halt das Doppelte oder ist wenigstens weit überteuert. Weil man ja auch noch etwas anderes machen muss und auf Benzin angewiesen ist, bezahlt man den Preis. Denn der Stromgenerator, das Motorrad oder das Auto brauchen es. Ohne Benzin geht nichts.
Wir können es uns nicht vorstellen, wie es ist über mehrere Stunden keinen Strom zu haben. Keine Nachrichten hören zu können, kein Licht am Abend zu haben.
Ich denke, wir in Europa nehmen alles einfach so hin. Wir denken vielleicht, wir hätten Gottes Segen, weil hier alles so “flutscht”. Die Ungläubigen denken nicht einmal über Gott nach. Alles meins. Egoismus ist doch normal. Uns geht es sogar so gut, selbst wenn wir in prekären Umständen leben. Wenigstens gibt es Strom. Geld kommt am Monatsanfang aufs Konto. Sogar noch vor dem Ersten. Selbst das ist ein Privileg. Statt Dankbarkeit empfinden wir Unzufriedenheit. Wir vergleichen uns mit anderen Menschen, denen es besser geht.
Und wir lassen uns zusätzlich Ängste einreden, wegen Klima, wegen Krieg, wegen Corona, wegen Inflation. Es ist unglaublich, wie wenig wir eigentlich wissen, wie das Leben anderswo ausschaut, wo es viel krasser ist. Viele werden in diesen Ängsten gehalten. Sie sehen keinen Ausweg.
Es gibt ja diese Endzeitsekten. Sie bombardieren uns mit diesen kranken Gedanken. Sie möchten unsere Seelen vergiften. Über alle medialen Kanäle denen man sich kaum entziehen kann. Wir sind irgendwie gelähmt. Wir warten auf etwas, aber wir warten nicht etwa auf dem Messias, sondern darauf dass unsere Heizprobleme gelöst werden, wir warten auf Wärmepumpen und Photovoltaik und Elektroautos. Denn dann wird alles wieder gut. Dann ist das Klima gerettet. Dann ist der Krieg zu Ende. Dann kommt das Digitalgeld, damit weniger Keime übertragen werden. Dann werden wir nichts besitzen und wir werden glücklich sein.
Ich wette, wenn der erste Stromausfall kommt, wird diese Glückseligkeit ein jähes Ende finden. Panik, weil wir unsere Smartphones nicht laden können. So irrational.
Mittlererweile ist Ernte. Sie war auf Mitte Mai bis Mitte Juni geplant. Es war Mitte Mai, als mich Shaba anrief, und mich bat, die Ernte mit Benzin, leeren Säcken und mit Arbeitern zu unterstützen. Der Reis sei schon relativ trocken und es gehe darum, ihn jetzt zu ernten, sonst droht der Reis auf den Boden zu fallen und wäre verloren.
Da Zeit Geld ist, wie wir hier sagen, musste ich die Ernte unterstützen. Geschwindigkeit ist alles. Bei der Einbringung der Ernte entscheidet sich nicht nur, wie viel Geld man erwirtschaftet, sondern wie man die Ernte optimal reinvestiert, also wieviel Reis für die nächste Aussat gewonnen werden kann. Und ob anstatt auf 8 Hektar vielleicht auf 12 Hektar ausgesät werden
Ich sage es hier noch einmal: Ich möchte, dass dieses Projekt erfolgreich wird. Ich glaube auch daran, dass es Gottes Wille ist, das Shaba, Pastor Killion, dies umsetzt. Das Projekt ist zwar viel zu groß für einen Mann allein. Aber Gott benutzt oft einzelne Männer. Ich habe aber die Hoffnung, dass dieses Beispiel der Liebe Gottes Schule macht und dass Shaba für dieses gebeutelte Land Dinge umsetzt, die nicht möglich gewesen wären, ohne die Eigenleistung und auch die Unterstützung von Menschen aus Europa. Vielleicht entwickelt sich in den kommenden Jahren eine Landwirtschaft auf genossenschaftlicher Basis, oder wie ich es aus Israel kenne, wie ein Moshav oder ein Kibbuz. Ich hoffe, Pastor Killion ist so ein Mann Gottes, der Dinge in diesem Land bewegen kann.
Ja, ich frage mich immer wieder, wie es möglich ist, so viele Dinge zu machen, ohne einen Burnout zu bekommen. Man macht es einfach aus Liebe.
Zu mir möchte ich auch sagen, dass meine finanziellen Ressourcen schon knapp sind. Ich kann nicht allein die ganzen Arbeiter finanzieren. Darum bin ich froh und dankbar über jede Unterstützung von Freunden. Trotzdem finanzierten ich (und meine liebe Frau) 80% des Projekts.
Und zwischendurch kommt zum Beispiel eine Reparatur des Autos dazwischen. Shaba sitzt 2 Tage in Lilongwe fest und ist auf meine Unterstützung angewiesen. Klar versuche ich ihm zu helfen und etwas Geld zu senden. Dann hindern die Finanztransakteure den Transfer, wollen Bestätigungen, und verzögern die Transaktionen. Dabei geht es lediglich um kleine Summen je Transaktion von vielleicht 100 oder 140 Euro. Schon sehr ärgerlich.
Shaba ist immer bescheiden. Er bittet nicht gern um Geld.
Mir ist es wichtig, dieses Projekt noch ein wenig anzustoßen. Mein Wunsch ist, dass es ab einem bestimmten Punkt von alleine läuft. Mein Wunsch ist es, dass Gott Shaba Menschen zur Seite stellt, die ihm helfen, um damit sich selbst zu helfen. So selbstlos es irgend geht.
“The rich are staying rich and the poor are staying poor.”, wie es Leonard Cohen so trefflich formuliert. “That’s how it goes. Everybody knows.” Ich möchte mich nicht damit abfinden. Ich glaube auch nicht, dass es Gottes Plan ist, dass Menschen leiden oder arm sind. Doch diese Strukturen sind jahrhundertealte, gewachsene Strukturen. Kann man sie durchbrechen? So, wie einst unsere alten guten deutschen Christen, wie etwa Gustav Werner, den Gründer der Bruderhaus Diakonie, Johann Hinrich Wichern oder Adolph Kolping, die die Nöte ihrer Zeit erkannt haben und die Welt mit ihrem Einsatz ein klein wenig besser gemacht haben. Shaba Killion hat eine Vision und auch ich habe eine Vision für eine bessere Welt. Die Armut ist immer noch eine Geißel der Menschheit. Darum helfe ich. Es braucht Männer mit Visionen. Und allzu oft haben Männer mit Visionen nicht ausreichend Mittel um etwas zu verändern.
Nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall nach Malawi, um bei der nächsten Ernte dabei zu sein. So Gott will und ich lebe.
Und wieder wurde Malawi von einer Überschwemmung heimgesucht. Der Zyklon “Freddy”, einer der längsten Zyklone der Geschichte, wütet hier in Malawi und bringt diese Fluten durch heftigen Regen. Freddy lädt sich über dem Indischen Ozean immer wieder auf und um sich dann wieder auf dem Festland zu entfesseln. Auch in Mozambique, dem Nachbarland gibt es den Starkregen.
Die Bilder, die ich gesehen habe und die Videos sind sehr schrecklich. Die kann ich euch nicht zumuten. Kinder, die tot geborgen werden, Häuser, die einstürzen. Die Bilder haben etwas voyeuristisches. Vielleicht ein Weg, wie man in Malawi versucht, mit dieser Katastrophe umzugehen. Die Fluten sind genauso zerstörerisch, wie damals, in Braunsbach oder letztes Jahr im Ahrtal. Die Häuser in Malawi sind jedoch weit weniger widerstandsfähig. Aber eigentlich ist es egal. So eine Naturgewalt hält nichts auf. Tod und Elend. Und damit nicht zu Ende. Die Seuchengefahr steigt natürlich auch. Im Süden des Landes gibt es (schon länger) Fälle von Cholera. Das Leid der Menschen können wir uns gar nicht vorstellen.
Das Krasse dabei ist: Malawi erlebt diese Fluten sehr häufig, ja eigentlich im Jahresrythmus.
Neben der Trauer, die ich über die vielen Todesopfer empfinde, mache ich mir natürlich auch Sorgen um die Farm. Wieviel Infrastruktur wurde zerstört? Dieses arme Land wird richtig gebeutelt.
Bei so einer Tragödie werden sich viele Menschen die Frage stellen, wo Gott ist. Warum Gott so etwas zulässt? Ich denke, dass Gott über so viel Leid mit den Menschen weint. Gott ist nicht verantwortlich. Es sind physikalische Kräfte, die sich hier entladen. Gott ist nicht der Urheber des Sturms. Die Frage, ob es eine Strafe Gottes sei, möchte ich entschieden verneinen, denn es gibt andere Länder, die Gott verhöhnen, die eine Strafe eher verdienen würden. Aber alles in allem ist es nicht die Zeit für ein Gericht Gottes.
Und eine Frage beschäftigt mich sehr: Wie gehen gläubige Christen in Malawi mit dem Leid um?
Im letzten Beitrag habe ich euch die Notstromversorgung im Video gezeigt, und wie wichtig es ist, dass Malawi-Radio sendet, denn es bedeutet nicht nur, dass Gottes Wort verbreitet wird, sondern es hängen daran auch Arbeitsplätze, Einkommen und vieles mehr. Das Radio ist ein Multiplikator.
Oft denken manche, wie anmassend es ist, sich in Afrika einzubringen. Ich sehe das ganz anders. Natürlich können wir Afrika nicht retten, so wenig wie das Klima, so wenig wie wir es vermögen, Kriege zu beenden, und noch vieles mehr, was dem Menschen unmöglich ist.
Aber was können wir dann? Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns gegenseitig unterstützen müssen. Irgendwo steht: Einer trage des anderen Last. Ein Wort von Jesus? Aus den Evangelien? Ich weiß nicht. Aber ich höre die Stimme, die mir sagt, hilf in Malawi, hilf Pastor Killion. Ich bat ihn, dieses Video zu senden:
Hier erklärt er noch einmal in seinen Worten, was in Malawi benötigt wird und wie man helfen kann, diesen Mangel zu beseitigen.
Pastor Killion benötigt für die Radiostation eine Notstromversorgung. Die Batterien werden während der Zeit geladen, in der es Strom gibt und können bei einem Stromausfall bis zu 18 Stunden Strom liefern. Damit kann der Sender weiter senden, Menschen werden erreicht, und ja, man kann damit auch Geld verdienen, Arbeitsplätze und Einkommen – nicht nur der Betreiber – hängen daran.
Was bei uns in Europa, in Deutschland irgendwie selbstverständlich ist, wird hier gerade aufgebaut: Eine Infrastruktur.
Und noch einmal: Dies alles ist ein privates Hilfsprojekt. Wer spendet, bekommt keine Spendenquittung, alles wird einfach nach Malawi weitergeleitet. Und jetzt, wie in diesem Fall, benötigen wir 900000 Malawi Kwatcha, etwa 900 Euro. Wieder einmal bitte ich um Spenden. Für mich alleine ist das zu viel. Darum bitte ich auch jetzt wieder um Hilfe. Es gibt kein Limit nach unten, jeder Euro hilft.
Wer mir Geld überweisen möchte kann dies auf mein Konto bei der DKB DE72 1203 0000 1065 8028 27. Oder direkt an Pastor Killion per Remitly. Unter https://cfn-malawi.com/spenden/ kann man sehen, wie das geht. Wer über Remitly direkt spendet, könnte mich als Referenz angeben, dann bekomme ich Geld (15€), das ich für Malawi einsetzen könnte.
https://remit.ly/qpnwlzdl
Eigentlich ist es faszinierend, mit wieviel, bzw. relativ wenig Geld man in Malawi etwas bewegen kann. Wer spendet, tut etwas Gutes. Wer nicht spenden kann, sende diesen Post bitte weiter. Habe auch eine Paypal Spendenaktion gestartet.
Shalom. Neben der Farm mit dem Reisanbau, der gut vorangeht, alles wächst und gedeiht, existiert ja auch noch das Radio-Projekt.
Aber Radio funktioniert nur, wenn es Strom gibt. Und das ist ein Problem nicht nur in Malawi. Mein Freund Stirling, aus Südafrika erzählte mir, wie das in Johannesburg funktioniert. Die Stromversorgung wird in Zonen aufgeteilt. Und wenn man in der richtigen Zone ist, gibt es Strom.
Shaba hat erzählt, die Stromversorgung stammt noch aus den 1960er Jahren. Da die Bevölkerung seither gestiegen ist, die Kapazität des Kraftwerks aber nicht, kommt es zu diesen Stromausfällen, den Blackouts.
Und das bedeutet für Kasungu, dass es bis zu 18 Stunden keinen Strom gibt. Kein Licht, keine Waschmaschine, keinen Staubsauger. Kein TV und kein Radio.
Kein Radio bedeutet aber auch keine Hörer, keine Kunden, die Werbung plazieren. Sie gehen zu anderen Sendern. Das Empfangen ist dabei weniger das Problem, sondern das Senden. Radioempfänger sind meist batteriebetrieben. Kein Wunder, bei ständigen Stromausfällen.
Für Shaba und seine Leute bedeutet es aber, dass die Hörer zu anderen Sendern gehen, die noch senden können, weil sie eine Notstromversorgung haben.
Die Notstromversorgung
So eine Notstromversorgung haben wir noch nicht. Aber sie ist notwendig, um den Sender wirtschaftlich betreiben zu können.
Man könnte das als neuerlichen Rückschlag betrachten. Ich möchte es eher als Herausforderung sehen, die man annehmen muss. Gestern las ich im 1.Korinther Brief 15:58, dass wir Christen, die Gemeinde standhaft und beharrlich sein sollen. Wir können uns kein Mimimi leisten.
Es gibt immer Probleme. Das Leben ist voller Probleme. Und vielleicht in Afrika noch so viel mehr, wie wir uns im (noch) reichen Westen gar nicht vorstellen können.
Vielleicht können auch wir hier vorsorgen. Notstromaggregate anschaffen und so was. In Wien macht man sich zum Beispiel schon Gedanken, wie man den Ausgang bei Blackout regelt. Nun, ich glaube, auch in Malawi hat man Regelungen.
Shaba und sein Team brauchen ein Backup für die Stromversorgung.
Das sind, wie Shaba mir erzählt, weitere 900000 MWK, Kwatcha, ca. 900€.
Vielleicht hat jemand noch eine Bonuszahlung oder etwas Geld übrig, wir würden uns sehr freuen.
Vielleicht hat noch jemand Ideen, wie man helfen könnte. Schreibt mir einfach.
Shaba Killion, mein Freund und Bruder sandt mir neue Bilder von der Farm. Die Arbeit auf den Feldern habe ich mir schon so vorgestellt. Reis hat es gerne nass.
Ich bat Shaba, seine Worte, Bilder und Videos direkt in unsere Telegram Gruppe “Malawi Radio” zu posten. Ich finde den Umweg über mich eher hinderlich.
Es geht natürlich aktuell um die Farm. Durch den Schädlingsbefall verzögert sich das weitere Transplantieren der jungen Triebe. Und das bedeutet unter anderem, dass die Arbeiter und natürlich auch Arbeiterinnen noch länger beschäftigt und bezahlt werden müssen.
Shaba bat mich darum, mich noch einmal eindringlich an die Telegram Community und auch an die Leser dieser Webseite zu wenden, damit weitere Spenden gesammelt werden können damit die Arbeiter ihren Lohn bekommen können.
Normalerweise denken manche, das hätte man früher bedenken können oder sollen. Das ist zu viel für einen Menschen. Ich sehe es irgendwie manchmal auch als enorme Last, die auf meinen Schultern liegt. Und gleichzeitig denke ich manchmal, dass diese Arbeit gesegnet ist. Denn es ist Arbeit, die dazu dient, Gemeinden zusammen zu bringen, gemeinsam die Zukunft bedenken, vielleicht wirklich Veränderung zu bewirken.
Ich würde gerne mehr über die Strukturen in Malawi wissen, oder über andere Länder in Afrika. Welche Rollen spielen Organisationen, wie Weltbank oder der Internationale Währungsfond und Regierungen. Warum sind die Menschen so arm? Und wie kann der Glaube Menschen mobilisieren?
Der Glaube ist so wichtig. Und wie man in Afrika immer wieder trotz aller Armut Lachen kann, müssen wir hier wieder neu lernen.
Lisa und ich haben uns einen Film angeschaut, auf den wir durch Zufall (?) gekommen sind. Der Film, den wir beide nicht kannten, spielt in Malawi und hat uns noch einmal auch die Dringlichkeit des Handelns deutlich gemacht.
Ohne zu sehr zu verraten, möchte ich dazu einladen, diesen Film anzuschauen. Der Titel heißt: “Der Junge, der den Wind einfing”. Er wird auf Netflix gezeigt, und ich überlege, ob ich den Film vielleicht bei uns in der Gemeinde im Rahmen einer Info-Veranstaltung für unser Projekt vorführen darf. Mich hat er sehr berührt. Ich kann sagen: ich hatte keine Ahnung.
So gesehen ist meine Begegnung mit Shaba Killion noch einmal mehr ein Zeichen, wie Gott Menschen zusammenbringt, damit das Königreich gebaut wird. Ob ich einmal nach Malawi reisen kann, weiß ich nicht. Ich würde gerne. Andererseits denke ich an eine Geschichte der Bibel, wo Moses ein ganzes Volk in das verheissene Land führt, aber selbst nicht hinein kommt.
Oder ich denke an die zweite Strophe des Liedes “Wach auf, du Geist der ersten Zeugen”: O daß dein Feuer bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr, die Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein.
Shaba hat mir ein paar Fotos geschickt, die Pflanzen zeigen, die krank sind oder befallen und die nun besprüht werden müssen.
Ich hoffe, das Zeug ist biologisch abbaubar. Und noch mehr hoffe ich, dass es wirkt.
Egal, ob kleiner Garten oder große Felder. Man muss sich ständig darum kümmern und eventuelle Schädlinge bekämpfen. Ich persönlich mag ja Bio bio lieber, aber besser, sie zu besprühen, als alles zu verlieren.
Denn die Arbeit muss weiter gehen. So einfach wachsen lassen wäre schön, ist aber unrealistisch.
Man sieht, es wird viel gearbeitet.
Möge Gott die Arbeit segnen und den Reis weiter wachsen lassen.
Hunger ist eine Realität in Malawi. Die Menschen sind sehr arm. Pastor Shaba Killion hat auf einem Gelände hinter der Gemeinde schon 200 Bananenbäume gepflanzt. Und Guavenbäume. Aber das allein wird nicht reichen. Es ist nicht genug, um sich selbst zu versorgen und um nicht von Programmen der Regierung abzuhängen. Was also liegt näher, selbst Farmer zu werden und zum Beispiel Reis anzupflanzen?
Als Shaba mir den Plan verrät, bin ich erst mal sprachlos. Aber es ist einfach nur logisch. Was braucht es? Ein Stück Land. 10 acres, 16 acres? Warum nicht 20 acres, also etwa 8 ha?
Ok, Land. Sehr schön. Was dann? Das Land muss bearbeitet werden. 8 ha gräbt man nicht eben so um, also braucht es einen Traktor. So einen Traktor hat man nicht in der Garage stehen, aber man kann ihn leihen oder mieten.
Die Arbeit ist schwer, aber man scheint auch Spaß dabei zu haben.
Natürlich braucht ein Traktor Diesel. 🚜 Shaba braucht etwa 200 Liter Diesel. Diesel wird importiert, und ist daher teuer und knapp. Es gibt einen regulären Markt, also ⛽️ Tankstellen, und einen Schwarzmarkt. Die Menschen stehen schon mal einen oder zwei Tage an der Tankstelle und warten darauf, dass sie tanken können. Der reguläre, staatliche (?) Preis ist etwa 2 Euro pro Liter. Auf dem Schwarzmarkt zahlt man 3 Euro oder mehr. Angebot und Nachfrage.
Der Traktor muss fahren, der Dieseltank muss gefüllt werden, also sende ich Geld per Remitly. Es ist einfach notwendig. Wenn das Projekt erfolgreich ist, kann es sich selbst tragen. Damit es erfolgreich ist, muss man investieren. Auch das eigentlich wieder nur kleines Geld. Und doch für einen Einzelnen, oder in dem Fall meine Familie doch nicht ganz ohne. Doch was kann ich tun?
Natürlich muss man auch essen. Es gibt Msima mit Fisch.
Das Feld wird beackert, das Land wird urbar gemacht, die Felder werden angelegt. Jede Parzelle ungefähr 10 mal 10 Meter groß. Ich bin kein Bauer, nur ein Hobbygärtner. Aber dass es viel Arbeit ist, weiß ich. Für ein Feld dieser Größe braucht man viele Arbeiter. Mir fällt das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ein.
Nun, da die Felder vorbereitet sind, muss Reis her. Shaba holt den Reis in einem großen Lager ab.Es sind 300 kg.
Dann beginnt das Aussäen. Bei Reis, dachte ich immer, benötigt man viel Wasser. Aber Shaba und die Arbeiter streuen den Reis einfach in die Erde. Nicht, dass ich Shaba nicht zutrauen würde, er wisse, was er tue, aber ich frage ihn trotzdem, ob er Farmer gelernt hat. Er sagt, nein. Das hilft nicht, mich wirklich zu überzeugen. Andererseits ist er auf dem Land und da leben Bauern. Die machen das seit ewigen Zeiten. Wirklich?
Nach wenigen Tagen sieht man tatsächlich, dass der Reis spriesst. Es hat inzwischen geregnet, was sicherlich für das Wachstum von Pflanzen hilfreich ist. Ich habe immer noch keine Ahnung, aber ich freue mich, wenn ich sehe, dass so viele Arbeiter auf den Feldern sind.
Der Reis spriesst weiter und Shaba spricht davon, dass er jetzt umgepflanzt werden muss. Es gibt Felder, die näher am Fluss liegen und daher macht es auch für mich Sinn, die Reistriebe oder Sprossen in diese Feuchtgebiete umzusetzen. Das Bild stimmt jetzt für mich.
Das ist eine Menge Arbeit. Die Pflanzentransplantation wird auch noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Etwa 20 Arbeiter (und ja, auch Arbeiterinnen) arbeiten auf den Feldern.
Shaba sagt mir, dass das Pflanzen bis Mitte Januar beendet ist. Nun muss auch Unkraut ausgerissen werden. Das ist eine Menge Arbeit. Aber anders als in der industriellen Produktion, wo man mit Pestiziden und Chemiekeule arbeiten würde, ist das hier echte Handarbeit. Die Handarbeit der Arbeiter muss allerdings auch bezahlt werden. Ein Arbeiter verdient pro Tag etwa 2000 MWK, Malawi Kwacha. Der Kurs Malawi Kwacha, MWK zu Euro liegt bei ca 1:1000. Also verdient ein Arbeiter ca. 2 Euro am Tag. Das hört sich nicht nur wenig an, das ist wenig. Es entspricht aber in Malawi der üblichen Bezahlung.
20 Arbeiter kosten also 40 Euro am Tag. Je nach Wechselkurs auch etwas weniger. Ich schicke Shaba also immer wieder Geld, damit die Arbeiter zufrieden sind. Die Bezahlung muss zeitnah erfolgen, sonst können die Arbeiter ihre Familien nicht ernähren. Andererseits glaube ich auch, weil ich das von anderen Ländern des Südens gehört habe, wie etwa Südafrika, dass die Arbeitsmoral hier eine andere ist, als wir es in Europa gewohnt sind. Zu viel Geld könnte dazu führen, dass die Arbeiter nicht mehr kommen würden.
Einerlei. Ich rechnete die Löhne hoch und kam auf 720.000 MWK. Ein weiterer Posten. Shaba fragte nicht nach Geld, aber ich tat es. Ich möchte, dass das Projekt erfolgreich ist. Das ist kein Ego-Ding. Und ich bin nicht in der Rolle des Wohltäters. Für mich ist es der Wille des Herrn. Für andere mag es komisch oder spooky klingen. Ich glaube daran, dass die Arbeit, die in Malawi geschieht, die Arbeit ist, die in christlichen Gemeinden und auch in “weltlichen” Gemeinden genau so gemacht werden muss.
Shaba und wir sind über Jesus verbunden. Unsere Liebe zu Jesus, aber auch zu Israel hat einen geistlichen Ursprung. Wir bauen am Königreich Gottes. Aber selbst wenn die Arbeit, die hier geleistet wird, nur im Sinne der Gemeinschaft geleistet wird, ist es nicht weniger wertvoll. Es ist Nächstenliebe, wenn die Gemeindeleiter sich um sehr reale Dinge kümmern, wie den Hunger und andere Bedürfnisse.
Shaba hat auch gesagt, dass er mit anderen Dorfgemeinden, den Ältesten darüber gesprochen hat, dass sie Genossenschaften gründen sollen, denn die Arbeit die einer leistet oder die viele leisten, kann einen Unterschied machen.