Category: Common Life

  • Fundraising

    Fundraising

    Gerade habe ich die Webseite geprüft. Oh, letzter Eintrag 100 Jahre her. Mein Gedanke war primär, das Design zu ändern. Aber eigentlich geht es um mehr. Es geht um Fundraising. Nicht ausschließlich, aber es ist mir ein Anliegen, eine Balance zu finden, zwischen eigenen Anstrengungen von Shaba und seiner Church und meinem bzw. unserem Engagement.

    Wenn ich mit manchen Menschen über mein Engagement, mein “Projekt”, meinem Herzensanliegen rede, kommt immer wieder sowas, wie Kopfschütteln und Unverständnis. Etwa, ich werde nur ausgenützt. Andere sagen, ich kann doch Afrika nicht alleine retten. Auch Malawi nicht.

    Andere sagen, wir haben doch selbst genug Probleme im eigenen Land oder sogar in der eigenen Familie. Andere sagen es nicht, aber denken vielleicht, erst das eigene Schäfchen ins Trockene bringen. Ich meine das nicht so negativ, wie es klingt. Aber sicher hat jeder eigene wirtschaftliche Nöte und die Zeiten sind auch wirklich nicht rosig. Die eigenen Existenz-Ängste kann ich durchaus nachvollziehen.

    Was mich an Shaba fasziniert und warum ich ihn unterstütze? Er ist ein Macher. Ein wenig, wie ich bin oder sein will. Wir beide bauen am gleichen Werk. Das, was Shaba im etwas größeren Stil schon umsetzt, das ist ein Herzenswunsch von mir. Es geht uns um Evangelisation, wir möchten, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen, weil wir beide erlebt haben, wie unser Leben umgestaltet oder umgekrempelt wurde. Aber nicht, weil wir einem Zwang unterliegen, irgendetwas Humanitäres zu machen, wollen wir immer mehr.

    Evangelisation

    In der Regel laufen die Menschen vor Gott weg. Wie Adam und Eva verstecken sie sich vor Gott. Ihre und unsere Sünde sind vergleichbar. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis ist unsere Freiheit, unser Leben selbst zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen, unser Leben ohne Gott leben zu wollen. “Sollte Gott gesagt haben?”, ist die Einleitung zum Ungehorsam, wo gar kein Ungehorsam nötig war, weil es das Böse nicht gab.  Dass das damals zu Konsequenzen führte, war doch logisch. Unser Ungehorsam hat auch Konsequenzen. Wir sind wie Kinder, auch jetzt noch, als Erwachsene sind wir Kinder und wir kennen unsere Schuld. Jedenfalls wissen wir, dass etwas nicht stimmt. Ganz und gar nicht. Auch wenn wir nichts gemacht haben fühlen wir uns schuldig. Wenn nicht, lenken wir uns durch alles mögliche ab. Es gibt eine Urschuld, eine Ursünde sozusagen: Wir vertrauen nicht auf Gott, auf den Vater. Unsere Feigenblätter sind halt anders.

    Naja, das versteht man nur, wenn man Glauben hat. Unser Glaube macht uns nicht zu guten Menschen. Wir sündigen immer noch. Wir sind vielleicht nicht ganz so sorglos, wie unsere ungläubigen Nächsten. Unser Glaube bietet uns zudem einen Ausweg, den sie nicht haben. Keine Vergebung. Wir haben sie. Wir erfahren Gnade um Gnade, von dem sie nichts wissen. Alles ist selbstverständlich bei ihnen.

    Aber was sind Gläubige? Ich denke, Gläubige sind Gott nahe oder näher. Uns Gläubigen ist die Beziehung zu Gott, zu Jesus wichtig. Manche von uns sinnen Tag und Nacht über Gottes Wort, manche mehr manche weniger.

    Wenn ich mir Shaba und seine Gemeinde anschaue, dann sind das eher Gläubige, die eher mehr über Gottes Wort gebeugt sind, oder im Gebet mit Gott sind.

    Woher kommt das? Ich glaube, es hat etwas mit der Lebenserfahrung dieser Menschen zu tun. Der Unterschied zwischen Malawi, oder Afrika im Allgemeinen und Deutschland oder dem Westen im Allgemeinen ist extrem groß. Alles, was wir für selbstverständlich halten, ist in Malawi eben nicht selbstverständlich. Wir haben (noch) eine Infrastruktur, die uns ein bequemes Leben erleichtert und möglich macht. Wir haben (noch) eine Industrie und eine Wirtschaft, die uns Arbeitsplätze gibt, die gut bezahlt werden. Wir haben (noch) günstige Energie, die für ein Wachstum sorgt und die damit die Armut gering hält. Unser Sozialsystem ist (noch) solidarisch, damit Arme, Alte, Kranke und andere Bedürftige ein Auskommen haben. All das ist selbstverständlich für uns. Dies ist unsere Komfortzone. Wir wollen unser Leben genau so leben.

    Afrika ist anders. Es gibt kaum Infrastruktur und wenn es sie gibt, kann sie nicht instand gehalten werden, geschweige denn, ausgebaut werden. Es gibt keine nennenswerte Industrie. Landwirtschaft noch am ehesten. Und Rohstoffe. Die Arbeit wird schlecht bezahlt. Die Regierung braucht Ausfuhren, damit Geld ins Land kommt. Dieses Geld wird jedoch oft vom Schuldendienst aufgezehrt, oder von teuren Waffeneinkäufen, mit denen die eigene Macht gesichert werden kann. Internationaler Währungsfonds, Weltbank diktieren, was abgeht. Regierungen müssen nach ihren Pfeifen tanzen. Wir haben ja keine Ahnung. Und Sozialsystem? Gibt es nicht. Die WHO bietet eine Art Versorgung. Aber eigentlich ist das alles eher Alibi. Impfen. Es ist ein perfides Geschäftmodell. Länder, wie Malawi können eigentlich gar nichts machen. Damit wenigstens einige Privilegierte versorgt werden, wird nichts verändert.

    Und die Menschen im Land? Die Urgewalten sind einfach präsent. Mal Überschwemmungen, mal Dürre. Mal kein Benzin an der Tankstelle. Mal keinen Strom. Mal nichts zu essen. Mal Unruhen. Mal Krankheit. Und öfter auch der Tod. Die Menschen sehnen sich um so viel mehr nach Gottes Ordnung, als wir. Wir schimpfen auf die Regierung. Ok, dort auch, weil sie meistens korrupt sind. Oder nur ihre eigenen Leute versorgen oder das Land verhökern an Chinesen oder Russen.

    Shaba, mein Freund, Pastor Killion, Apostle Killion weiß um all das. Er sorgt sich um seine Leute, er sorgt sich um die Älteren, er sorgt sich um Menschen und mit seinen Aktivitäten schafft er etwas Unglaubliches. Die Menschen werden mit Hoffnung gefüttert. Ja, Jesus wird wiederkommen. Wir glauben es, er weiß es. Die Menschen glauben es.

    In der Zwischenzeit müssen alle überleben. Es gibt keine Regierung oder Partei, die diese Hoffnung erfüllt. Die Menschen selbst müssen aktiv werden. Shaba hilft ihnen. Wir helfen ihnen mit bescheidenen Hilfen. Wenn man ein paar Hektar Reis anpflanzen kann, bedeutet dies, dass viele Menschen nicht hungern müssen. Die Arbeiter verdienen etwas, mit dem ihre Familien überleben können. Es geht nicht um irgendwelche hochtrabenden Projekte. Dazu habe ich gar nicht die Mittel. Ideen schon, aber zu wenig Geld. Das Radio bringt Einnahmen und das Wort Gottes kann verkündet werden. Die Kirche wird gebaut und sie kann wachsen. Es ist wie eine Graswurzelbewegung. Im Kleinen etwas beginnen und mit Gottes Segen wird daraus etwas Wundebares. Vielleicht kommt ein kleines Hospital. Ein Kinderheim. Eine Schule. Ältere werden versorgt. Die Armut wird gemildert. Es wächst etwas in Malawi.

    Vor allem Hoffnung. Freude. Vertrauen. Glauben.

    Apropos. Ja genau. Fundraising. Ich möchte hier und jetzt noch einmal dringend um Unterstützung für dieses Projekt werben. Es ist gerade wirklich schlimm. Die Regierung hat den Kwatcha, die Währung über Nacht um 50% abgewertet. Die Inflation ist bei 38%. Es gibt mal wieder kein Benzin. Auf dem Schwarzmarkt kostet der Liter 9000 MWK, fast 5 Euro.

    Bitte unterstützt mein Projekt.

  • Kleines Update

    Kleines Update

    Ich habe schon länger nichts darüber berichtet, was in Malawi los ist. Und es ist wirklich viel los. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen könnte. Letztens habe ich erfahren, dass die Regierung in Malawi die Währung abgewertet hat. Das hat fatale Folgen.

    Über Nacht wurden sämtliche Artikel teurer. Das trifft besonders die Armen unter den Armen. Benzin, Düngemittel sind Importe, für die jetzt das Doppelte gezahlt werden muss. Aber es betrifft eigentlich alles.

    Wer letztlich dafür verantwortlich ist, ob die Regierung, der IWF, die Weltbank ist am Ende egal, denn alle sind betroffen. Was kann ein einfacher Mensch tun? Was kann die Gesellschaft tun?

    Sind die Menschen in Malawi einfach nur ausgeliefert? Welche Möglichkeiten gibt es?

    Ist das alles nur ein soziales Experiment? Will man sehen, wie weit man gehen kann? Interessante Nebensächlichkeit: Noch am Tag vor der Währungsabwertung waren Bill Gates und Hillary Clinton in Malawi. Rein zufällig. Bisschen Land kaufen, oder was? Herr Gates hätte die 400 Millionen Dollar, die Malawi irgendwelchen Banken schuldet, aus der Portokasse zahlen können. Es ist Taschengeld im Vergleich zu den Gewinnen aus vielerlei Unternehmungen. Welche Gründe gab es wirklich für die Anwesenheit in Malawi? Rätsel über Rätsel. Und Spekulatius.

    Die Welt schaut auf Israel, sie schaut nicht ins kleine Malawi. Israel, zuvor die Ukraine. Für Waffen hat der Westen ein Herz und genügend Geld. Natürlich ist es tragisch, was dort passiert. Ich habe mit Shaba über unser Israel gesprochen. Auch vorher schon, als ich die fortschrittlichen Anbaumethoden in Israel mit Shaba erörtert habe.

    Wie können wir Menschen für die Nöte in Afrika sensibilisieren? Wie können wir Projekte, wie das von Shaba weiter fördern? Welche Möglichkeiten gibt es, (nicht nur) in diesem Land die Abhängigkeit von westlichen Banken und östlichen Verlockungen zu verringern oder sich gar zu befreien?

    Dürfen afrikanische Länder überhaupt frei und unabhängig sein? Und was ist mit der Bevölkerung? Besteht sie nicht aus Menschen die eine Würde besitzen? Zum Glück (möchte ich sagen) gibt es Jesus und den Glauben an Gott. Egal, was mit uns passiert, wir sind im Glauben nicht mehr den Dingen der Welt unterworfen. Wir mögen auch leiden. Wir mögen auch gute Zeiten haben. Das Leben in der Welt ist für uns aber nicht mehr als eine Zwischenstation. Bis Jesus wieder kommt bete ich dafür, dass mehr und mehr Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Dann wird die Welt ein wenig besser, denn es gibt mehr Brüderlichkeit, mehr Zusammenhalt, wir achten mehr aufeinander, wir sind weniger egoistisch, wir benutzen unser Gehirn, wir übernehmen Verantwortung. Ja, wir können gut sein. Und am Ende sind wir doch auch nur alles Sünder.

    Ich hoffe, wir können Shaba und seine Gemeinde besser unterstützen, damit Alte ihre Würde behalten können, denn er kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten. Doch die sind jetzt umso bescheidener, wenn die Menschen, die in den Gottesdienst kommen, nicht mehr geben können, sondern weniger. Und das wenige ist nur noch halb so viel wert.

    Wer also etwas übrig hat, kann Shaba und seine Gemeinde unterstützen. Ich gebe gerne die Kontaktdaten weiter.

  • Erntezeit

    Erntezeit

    Ich habe schon lange nichts mehr für Malawi-Friends geschrieben. Aber jetzt wird es Zeit! Die Ernte steht an und das ist etwas zum Feiern.

    Shaba und ich kommunizierten immer wieder mal, wenn sich die Gelegenheit ergab. So erfuhr ich, wie es Shaba in Malawi ergeht. Es ging um die Hühner, um das Radio, um die Benzinknappheit, und um Alltägliches. Und ich erzählte ihm von meinen Sorgen, aber auch von den Freuden mit meinen Söhnen.

    Weder hier in Deutschland, noch in Malawi leben wir in Lala-Land, sondern in einer Welt, in der normale Menschen mit alltäglichen Sorgen zu kämpfen haben.

    Die Schilderungen aus Malawi sind so anders. Wie das Leben in Malawi wirklich ist, kann ich mir aber immer noch nicht vorstellen. Ich kenne Shaba und ich schätze ihn sehr und ich bewundere seine Tatkraft. Doch manchmal mache ich mir Sorgen. Schafft er das alles? Und dann denke ich, das ist eben Afrika und nicht Europa.

    Wir in Europa, in Deutschland, können es uns gar nicht vorstellen, was es heißt, an eine Tankstelle zu kommen und dann stundenlang zu warten. Und dann vielleicht noch vergeblich zu warten, weil die Lieferung, die ein Tanklaster anlieferte, nicht für alle ausreichte. Was würden wir machen?

    Wo der Mangel ist, da gibt es auch Menschen, die den Mangel ausnutzen, um einen florierenden Schwarzhandel zu betreiben.

    Dann kostet der Liter Benzin halt das Doppelte oder ist wenigstens weit überteuert. Weil man ja auch noch etwas anderes machen muss und auf Benzin angewiesen ist, bezahlt man den Preis. Denn der Stromgenerator, das Motorrad oder das Auto brauchen es. Ohne Benzin geht nichts.

    Wir können es uns nicht vorstellen, wie es ist über mehrere Stunden keinen Strom zu haben. Keine Nachrichten hören zu können, kein Licht am Abend zu haben.

    Ich denke, wir in Europa nehmen alles einfach so hin. Wir denken vielleicht, wir hätten Gottes Segen, weil hier alles so “flutscht”. Die Ungläubigen denken nicht einmal über Gott nach. Alles meins. Egoismus ist doch normal. Uns geht es sogar so gut, selbst wenn wir in prekären Umständen leben. Wenigstens gibt es Strom. Geld kommt am Monatsanfang aufs Konto. Sogar noch vor dem Ersten. Selbst das ist ein Privileg. Statt Dankbarkeit empfinden wir Unzufriedenheit. Wir vergleichen uns mit anderen Menschen, denen es besser geht.

    Und wir lassen uns zusätzlich Ängste einreden, wegen Klima, wegen Krieg, wegen Corona, wegen Inflation. Es ist unglaublich, wie wenig wir eigentlich wissen, wie das Leben anderswo ausschaut, wo es viel krasser ist. Viele werden in diesen Ängsten gehalten. Sie sehen keinen Ausweg.

    Es gibt ja diese Endzeitsekten. Sie bombardieren uns mit diesen kranken Gedanken. Sie möchten unsere Seelen vergiften. Über alle medialen Kanäle denen man sich kaum entziehen kann. Wir sind irgendwie gelähmt. Wir warten auf etwas, aber wir warten nicht etwa auf dem Messias, sondern darauf dass unsere Heizprobleme gelöst werden, wir warten auf Wärmepumpen und Photovoltaik und Elektroautos. Denn dann wird alles wieder gut. Dann ist das Klima gerettet. Dann ist der Krieg zu Ende. Dann kommt das Digitalgeld, damit weniger Keime übertragen werden. Dann werden wir nichts besitzen und wir werden glücklich sein.

    Ich wette, wenn der erste Stromausfall kommt, wird diese Glückseligkeit ein jähes Ende finden. Panik, weil wir unsere Smartphones nicht laden können. So irrational.

    Mittlererweile ist Ernte. Sie war auf Mitte Mai bis Mitte Juni geplant. Es war Mitte Mai, als mich Shaba anrief, und mich bat, die Ernte mit Benzin, leeren Säcken und mit Arbeitern zu unterstützen. Der Reis sei schon relativ trocken und es gehe darum, ihn jetzt zu ernten, sonst droht der Reis auf den Boden zu fallen und wäre verloren.

    Da Zeit Geld ist, wie wir hier sagen, musste ich die Ernte unterstützen. Geschwindigkeit ist alles. Bei der Einbringung der Ernte entscheidet sich nicht nur, wie viel Geld man erwirtschaftet, sondern wie man die Ernte optimal reinvestiert, also wieviel Reis für die nächste Aussat gewonnen werden kann. Und ob anstatt auf 8 Hektar vielleicht auf 12 Hektar ausgesät werden

    Ich sage es hier noch einmal: Ich möchte, dass dieses Projekt erfolgreich wird. Ich glaube auch daran, dass es Gottes Wille ist, das Shaba, Pastor Killion, dies umsetzt. Das Projekt ist zwar viel zu groß für einen Mann allein. Aber Gott benutzt oft einzelne Männer. Ich habe aber die Hoffnung, dass dieses Beispiel der Liebe Gottes Schule macht und dass Shaba für dieses gebeutelte Land Dinge umsetzt, die nicht möglich gewesen wären, ohne die Eigenleistung und auch die Unterstützung von Menschen aus Europa. Vielleicht entwickelt sich in den kommenden Jahren eine Landwirtschaft auf genossenschaftlicher Basis, oder wie ich es aus Israel kenne, wie ein Moshav oder ein Kibbuz. Ich hoffe, Pastor Killion ist so ein Mann Gottes, der Dinge in diesem Land bewegen kann.

    Ja, ich frage mich immer wieder, wie es möglich ist, so viele Dinge zu machen, ohne einen Burnout zu bekommen. Man macht es einfach aus Liebe.

    Zu mir möchte ich auch sagen, dass meine finanziellen Ressourcen schon knapp sind. Ich kann nicht allein die ganzen Arbeiter finanzieren. Darum bin ich froh und dankbar über jede Unterstützung von Freunden. Trotzdem finanzierten ich (und meine liebe Frau) 80% des Projekts.

    Und zwischendurch kommt zum Beispiel eine Reparatur des Autos dazwischen. Shaba sitzt 2 Tage in Lilongwe fest und ist auf meine Unterstützung angewiesen. Klar versuche ich ihm zu helfen und etwas Geld zu senden. Dann hindern die Finanztransakteure den Transfer, wollen Bestätigungen, und verzögern die Transaktionen. Dabei geht es lediglich um kleine Summen je Transaktion von vielleicht 100 oder 140 Euro. Schon sehr ärgerlich.

    Shaba ist immer bescheiden. Er bittet nicht gern um Geld.

    Mir ist es wichtig, dieses Projekt noch ein wenig anzustoßen. Mein Wunsch ist, dass es ab einem bestimmten Punkt von alleine läuft. Mein Wunsch ist es, dass Gott Shaba Menschen zur Seite stellt, die ihm helfen, um damit sich selbst zu helfen. So selbstlos es irgend geht.

    “The rich are staying rich and the poor are staying poor.”, wie es Leonard Cohen so trefflich formuliert. “That’s how it goes. Everybody knows.” Ich möchte mich nicht damit abfinden. Ich glaube auch nicht, dass es Gottes Plan ist, dass Menschen leiden oder arm sind. Doch diese Strukturen sind jahrhundertealte, gewachsene Strukturen. Kann man sie durchbrechen? So, wie einst unsere alten guten deutschen Christen, wie etwa Gustav Werner, den Gründer der Bruderhaus Diakonie, Johann Hinrich Wichern oder Adolph Kolping, die die Nöte ihrer Zeit erkannt haben und die Welt mit ihrem Einsatz ein klein wenig besser gemacht haben. Shaba Killion hat eine Vision und auch ich habe eine Vision für eine bessere Welt. Die Armut ist immer noch eine Geißel der Menschheit. Darum helfe ich. Es braucht Männer mit Visionen. Und allzu oft haben Männer mit Visionen nicht ausreichend Mittel um etwas zu verändern.

    Nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall nach Malawi, um bei der nächsten Ernte dabei zu sein. So Gott will und ich lebe.

  • Tragödie

    Tragödie

    Und wieder wurde Malawi von einer Überschwemmung heimgesucht. Der Zyklon “Freddy”, einer der längsten Zyklone der Geschichte, wütet hier in Malawi und bringt diese Fluten durch heftigen Regen. Freddy lädt sich über dem Indischen Ozean immer wieder auf und um sich dann wieder auf dem Festland zu entfesseln. Auch in Mozambique, dem Nachbarland gibt es den Starkregen.

    Die Bilder, die ich gesehen habe und die Videos sind sehr schrecklich. Die kann ich euch nicht zumuten. Kinder, die tot geborgen werden, Häuser, die einstürzen. Die Bilder haben etwas voyeuristisches. Vielleicht ein Weg, wie man in Malawi versucht, mit dieser Katastrophe umzugehen. Die Fluten sind genauso zerstörerisch, wie damals, in Braunsbach oder letztes Jahr im Ahrtal. Die Häuser in Malawi sind jedoch weit weniger widerstandsfähig. Aber eigentlich ist es egal. So eine Naturgewalt hält nichts auf. Tod und Elend. Und damit nicht zu Ende. Die Seuchengefahr steigt natürlich auch. Im Süden des Landes gibt es (schon länger) Fälle von Cholera. Das Leid der Menschen können wir uns gar nicht vorstellen.

    Das Krasse dabei ist: Malawi erlebt diese Fluten sehr häufig, ja eigentlich im Jahresrythmus.

    Neben der Trauer, die ich über die vielen Todesopfer empfinde, mache ich mir natürlich auch Sorgen um die Farm. Wieviel Infrastruktur wurde zerstört? Dieses arme Land wird richtig gebeutelt.

    Bei so einer Tragödie werden sich viele Menschen die Frage stellen, wo Gott ist. Warum Gott so etwas zulässt? Ich denke, dass Gott über so viel Leid mit den Menschen weint. Gott ist nicht verantwortlich. Es sind physikalische Kräfte, die sich hier entladen. Gott ist nicht der Urheber des Sturms. Die Frage, ob es eine Strafe Gottes sei, möchte ich entschieden verneinen, denn es gibt andere Länder, die Gott verhöhnen, die eine Strafe eher verdienen würden. Aber alles in allem ist es nicht die Zeit für ein Gericht Gottes.

    Und eine Frage beschäftigt mich sehr: Wie gehen gläubige Christen in Malawi mit dem Leid um?

  • Kraft

    Kraft

    Im letzten Beitrag habe ich euch die Notstromversorgung im Video gezeigt, und wie wichtig es ist, dass Malawi-Radio sendet, denn es bedeutet nicht nur, dass Gottes Wort verbreitet wird, sondern es hängen daran auch Arbeitsplätze, Einkommen und vieles mehr. Das Radio ist ein Multiplikator.

    Oft denken manche, wie anmassend es ist, sich in Afrika einzubringen. Ich sehe das ganz anders. Natürlich können wir Afrika nicht retten, so wenig wie das Klima, so wenig wie wir es vermögen, Kriege zu beenden, und noch vieles mehr, was dem Menschen unmöglich ist.

    Aber was können wir dann? Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns gegenseitig unterstützen müssen. Irgendwo steht: Einer trage des anderen Last. Ein Wort von Jesus? Aus den Evangelien? Ich weiß nicht. Aber ich höre die Stimme, die mir sagt, hilf in Malawi, hilf Pastor Killion. Ich bat ihn, dieses Video zu senden:

    Hier erklärt er noch einmal in seinen Worten, was in Malawi benötigt wird und wie man helfen kann, diesen Mangel zu beseitigen.

    Pastor Killion benötigt für die Radiostation eine Notstromversorgung. Die Batterien werden während der Zeit geladen, in der es Strom gibt und können bei einem Stromausfall bis zu 18 Stunden Strom liefern. Damit kann der Sender weiter senden, Menschen werden erreicht, und ja, man kann damit auch Geld verdienen, Arbeitsplätze und Einkommen – nicht nur der Betreiber – hängen daran.

    Was bei uns in Europa, in Deutschland irgendwie selbstverständlich ist, wird hier gerade aufgebaut: Eine Infrastruktur.

    Und noch einmal: Dies alles ist ein privates Hilfsprojekt. Wer spendet, bekommt keine Spendenquittung, alles wird einfach nach Malawi weitergeleitet. Und jetzt, wie in diesem Fall, benötigen wir 900000 Malawi Kwatcha, etwa 900 Euro. Wieder einmal bitte ich um Spenden. Für mich alleine ist das zu viel. Darum bitte ich auch jetzt wieder um Hilfe. Es gibt kein Limit nach unten, jeder Euro hilft.

    Wer mir Geld überweisen möchte kann dies auf mein Konto bei der DKB DE72 1203 0000 1065 8028 27. Oder direkt an Pastor Killion per Remitly. Unter https://cfn-malawi.com/spenden/ kann man sehen, wie das geht. Wer über Remitly direkt spendet, könnte mich als Referenz angeben, dann bekomme ich Geld (15€), das ich für Malawi einsetzen könnte.

    https://remit.ly/qpnwlzdl

    Eigentlich ist es faszinierend, mit wieviel, bzw. relativ wenig Geld man in Malawi etwas bewegen kann. Wer spendet, tut etwas Gutes. Wer nicht spenden kann, sende diesen Post bitte weiter. Habe auch eine Paypal Spendenaktion gestartet.

    https://www.paypal.com/pools/c/8RlKa9njA9.

  • Arbeit

    Arbeit

    Shaba Killion, mein Freund und Bruder sandt mir neue Bilder von der Farm. Die Arbeit auf den Feldern habe ich mir schon so vorgestellt. Reis hat es gerne nass.

    Ich bat Shaba, seine Worte, Bilder und Videos direkt in unsere Telegram Gruppe “Malawi Radio” zu posten. Ich finde den Umweg über mich eher hinderlich.

    Es geht natürlich aktuell um die Farm. Durch den Schädlingsbefall verzögert sich das weitere Transplantieren der jungen Triebe. Und das bedeutet unter anderem, dass die Arbeiter und natürlich auch Arbeiterinnen noch länger beschäftigt und bezahlt werden müssen.

    Shaba bat mich darum, mich noch einmal eindringlich an die Telegram Community und auch an die Leser dieser Webseite zu wenden, damit weitere Spenden gesammelt werden können damit die Arbeiter ihren Lohn bekommen können.

    Normalerweise denken manche, das hätte man früher bedenken können oder sollen. Das ist zu viel für einen Menschen. Ich sehe es irgendwie manchmal auch als enorme Last, die auf meinen Schultern liegt. Und gleichzeitig denke ich manchmal, dass diese Arbeit gesegnet ist. Denn es ist Arbeit, die dazu dient, Gemeinden zusammen zu bringen, gemeinsam die Zukunft bedenken, vielleicht wirklich Veränderung zu bewirken.

    Ich würde gerne mehr über die Strukturen in Malawi wissen, oder über andere Länder in Afrika. Welche Rollen spielen Organisationen, wie Weltbank oder der Internationale Währungsfond und Regierungen. Warum sind die Menschen so arm? Und wie kann der Glaube Menschen mobilisieren?

    Der Glaube ist so wichtig. Und wie man in Afrika immer wieder trotz aller Armut Lachen kann, müssen wir hier wieder neu lernen.

  • Eindruck

    Eindruck

    Lisa und ich haben uns einen Film angeschaut, auf den wir durch Zufall (?) gekommen sind. Der Film, den wir beide nicht kannten, spielt in Malawi und hat uns noch einmal auch die Dringlichkeit des Handelns deutlich gemacht.

    Ohne zu sehr zu verraten, möchte ich dazu einladen, diesen Film anzuschauen. Der Titel heißt: “Der Junge, der den Wind einfing”. Er wird auf Netflix gezeigt, und ich überlege, ob ich den Film vielleicht bei uns in der Gemeinde im Rahmen einer Info-Veranstaltung für unser Projekt vorführen darf. Mich hat er sehr berührt. Ich kann sagen: ich hatte keine Ahnung.

    So gesehen ist meine Begegnung mit Shaba Killion noch einmal mehr ein Zeichen, wie Gott Menschen zusammenbringt, damit das Königreich gebaut wird. Ob ich einmal nach Malawi reisen kann, weiß ich nicht. Ich würde gerne. Andererseits denke ich an eine Geschichte der Bibel, wo Moses ein ganzes Volk in das verheissene Land führt, aber selbst nicht hinein kommt.

    Oder ich denke an die zweite Strophe des Liedes “Wach auf, du Geist der ersten Zeugen”: O daß dein Feuer bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr, die Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein.

  • Rollstuhl

    Rollstuhl

    Während wir gespannt warteten, dass der FM-Transmitter durch den Zoll geht, besuchte Shaba Killion auch Dörfer in der Umgebung von Kasungu. Er war in einem Dorf und schickte mir per Telgram ein paar Fotos und ein Video von einer älteren Frau, die nicht mehr laufen kann.

    Ich entschied spontan, dass ich dieser Frau einen Rollstuhl senden würde. Ich fragte herum, wer einen Rollstuhl übrig hätte, wurde aber nicht fündig. Also schaute ich bei Ebay nach und fand einen Rollstuhl in Schramberg in Schwarzwald für 50 €.

    Nun musste ich den Versand klären, einen Karton organisieren und absenden. Schließlich hatte ich alles beisammen und schickte ihn mit DHL direkt nach Kasungu, zu Shaba Killion. Der Karton mit dem Rollstuhl, einer Spenden-Erklärung und Proforma-Rechnung kam auch ziemlich schnell in Malawi an. Er ging problemlos durch den Zoll. Dass es dann allerdings so ein Ding werden würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.

    Ich weiß nicht genau wann, vielliecht ein oder zwei Tage später wurde der Rollstuhl in das Dorf der älteren Frau gebracht.

    Das ganze Dorf war da, der Dorfälteste oder Vorsteher. Sogar das Radio berichtete darüber, dass der Stuhl übergeben wird.

    Welch ein Freude. Ich fühlte mich weniger als Held des Tages sondern war beschämt. Der Rollstuhl kostete mich 50 Euro, der Versand 130 Euro. In einem Video, das ich nicht hochladen konnte, weil es zu groß ist, wird deutlich, dass es keine Rollstühle in Malawi gibt. Nicht in den Hospitalen, nicht in den Kirchen. Für uns ist das alles selbstverständlich (noch) und in Malawi gibt es Mangel. Nun möchte ich eine Ladung Rollstühle nach Malawi schicken. Hundert wären gut. Shaba sagte, dies würde einen Unterschied machen.

  • Malawi Radio

    Malawi Radio

    Im April 2021 erzählte mir Pastor Shaba Killion, dass er sich um eine Sende-Lizenz für eine Radio Station bemüht hatte und diese auch bekommen hat. Die Idee war klar: So könnte er seine Reichweite enorm vergrößern und auch gerade in ländlichen und abgelegenen Gegenden. Ich fand die Vorstellung, dass er einen christlichen Sender betreibt, oder zumindest einen Sender mit christlichen Inhalten sehr gut. Er fragte mich, ob ich mich in Deutschland nach einem leistungsstarken FM-Transmitter umschauen könne, da diese in Malawi noch um einiges teurer seien.

    Er schickte mir Fotos von Geräten, wie sie ihm empfohlen wurden. Allerdings waren diese um einiges teurer, als ich es mir leisten konnte. Also schaute ich im Internet bei Alibaba, das ist eine chinesische Plattform, ob es da nicht günstigere Transmitter gibt. Das Ergebnis war allerdings ebenfalls nicht sehr ermutigend. Was konnten Lisa und ich tatsächlich leisten? Wir sind nicht arm, aber wir haben mit unserer Immobilie immer noch eine Belastung, oder mit unseren Söhnen, und wir reisen sehr gerne. Das muss alles finanziert werden. Ich habe mich deshalb etwas weniger bemüht, weil ich mir das so nicht leisten konnte. Natürlich fand ich die Idee gut, natürlich wollte ich Shaba helfen. Ein wenig fehlte mir der Glaube, ich gebe es zu.

    Und doch wollte ich ihn nicht enttäuschen. So zog sich meine Suche nach einem FM-Transmitter in die Länge. Anfang 2022 kam der Transmitter aber wieder in mein Bewußtsein. Ich überlegte nun ernsthaft, wie ich es ermöglichen könnte. Meine Internetrecherche führten mich von Alibaba über Ebay schließlich zu Euro-Broadcast. Das ist ein Händler in Andorra. Ich nahm also Kontakt auf und suchte einen FM-Transmitter heraus, der zwar auch mein Budget überstieg, aber dennoch günstiger und so hatte ich wieder Hoffnung, dass ich andere Menschen von diesem Projekt überzeugen könnte und diese sich an Malawi-Radio beteiligen würden. Mein Freund war etwas skeptisch. Haben die in Afrika überhaupt Ahnung von der Technik? Es waren genau die Fragen, die ich ganz und gar nicht mag. Ich wusste, dass es mir aufs Herz gelegt wurde.

    Ende Juli 2022 wurde meine Suche schließlich final. Lisa gab mir ihr Ja-Wort, dass es OK sei, wenn wir den FM-Transmitter kaufen. Ich bekam von Shaba alle Details. Anfang August bestellte ich den Transmitter bei Euro-Broadcast. Nun war das Geld weg. Jetzt hieß es warten und beten. Schließlich hatte ich keine Erfahrung mit einem Online – Händler aus Andorra. Ich hatte keine Bestellbestätigung. War ich einfach nur naiv und dumm? Eine Woche später kam eine Nachricht, dass der Transmitter in einer Woche versendet wird. Shaba wartete nicht. Er hatte anderes zu tun. Er war nicht untätig in der Zwischenzeit. Er hatte mal eben 50000 Ziegel gebacken.

    Am 24. August bekam Shaba die Tracking Nummer von UPS. Mir fielen 1000000 Ziegel von den Schultern. Shaba scheint einfach seine Arbeit zu machen. Und ich wurde geprüft, wie groß mein Glaube ist. Am Ende war es ja nur Geld. Für Shaba jedoch ist es einfach die Arbeit, die getan werden muss. Don’t worry. Just pray. Ist es wirklich so einfach?

    Anfang September kam der Transmitter in Lilongwe an. Jetzt war er beim Zoll. Es waren weder eine Rechnung noch andere Dinge beigelegt. Einfach Shaba Killion, Christ For Nations Ministries, Kasungu. Das war jetzt ein Problem. Also musste ich eine Spendenerklärung schicken und eine Proforma-Rechnung. Aber es war nicht so einfach. Ein Zollbeamter akzeptierte die Spende für eine Kirche, ein anderer aber nicht. Zudem wollten sie Zollgebühren erheben. Regulär wären es 32% Zoll, aber man anerkannte den wohltätigen, nicht-kommerziellen Zweck und erhob nur ungefähr 14,5%. Ich überwies die Summe von 280€. Dass die Freigabe vom Zoll doch noch bis zum 31. Oktober dauerte ist mir jetzt viel klarer. Alle sprachen von Korruption und ob der nicht einfach verschwindet.Es hätte ja sein können, dass dies alles einen kriminellen Hintergrund hatte. Geldwäsche oder so etwas. Warum schickt ein Typ aus Deutschland einen FM-Transmitter aus Andorra nach Malawi? Mein Chef sagte, dies wäre ein Dreiecksgeschäft. Da aber ein kommerzieller Hintergrund fehlte und die Umstände keinesfalls verborgen waren, sondern für jemanden, der gutwillig ist, auch nachvollziehbar, wurde der Transmitter schließlich freigegeben.

    Der Sender ist angekommen. Nun können die Leute im Studio senden.

    The transmitter has arrived. Now people can broadcast in the studio.

    In der langen Zeit des Wartens, von August bis Oktiober kam es dann noch zu einem Rollstuhl-Projekt. Siehe Rollstuhl.

  • Flut

    Flut

    Malawi ist ein Land, das immer wieder von großen Überschwemmungen geplagt ist. Die Menschen un die Infrastruktur leiden darunter.
    Andererseits ist der Regen und der Wasserreichtum auch ein Segen, im Vergleich zu Gebieten, die von Dürre heimgesucht sind. Pastor Killion hat mir das letzte Mal ein paar Fotos geschickt.

    Dies sind Bilder von der letztengroßen Flut im Februar und März 2022.