Tag: Malawi

  • Kleines Update

    Kleines Update

    Ich habe schon länger nichts darüber berichtet, was in Malawi los ist. Und es ist wirklich viel los. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen könnte. Letztens habe ich erfahren, dass die Regierung in Malawi die Währung abgewertet hat. Das hat fatale Folgen.

    Über Nacht wurden sämtliche Artikel teurer. Das trifft besonders die Armen unter den Armen. Benzin, Düngemittel sind Importe, für die jetzt das Doppelte gezahlt werden muss. Aber es betrifft eigentlich alles.

    Wer letztlich dafür verantwortlich ist, ob die Regierung, der IWF, die Weltbank ist am Ende egal, denn alle sind betroffen. Was kann ein einfacher Mensch tun? Was kann die Gesellschaft tun?

    Sind die Menschen in Malawi einfach nur ausgeliefert? Welche Möglichkeiten gibt es?

    Ist das alles nur ein soziales Experiment? Will man sehen, wie weit man gehen kann? Interessante Nebensächlichkeit: Noch am Tag vor der Währungsabwertung waren Bill Gates und Hillary Clinton in Malawi. Rein zufällig. Bisschen Land kaufen, oder was? Herr Gates hätte die 400 Millionen Dollar, die Malawi irgendwelchen Banken schuldet, aus der Portokasse zahlen können. Es ist Taschengeld im Vergleich zu den Gewinnen aus vielerlei Unternehmungen. Welche Gründe gab es wirklich für die Anwesenheit in Malawi? Rätsel über Rätsel. Und Spekulatius.

    Die Welt schaut auf Israel, sie schaut nicht ins kleine Malawi. Israel, zuvor die Ukraine. Für Waffen hat der Westen ein Herz und genügend Geld. Natürlich ist es tragisch, was dort passiert. Ich habe mit Shaba über unser Israel gesprochen. Auch vorher schon, als ich die fortschrittlichen Anbaumethoden in Israel mit Shaba erörtert habe.

    Wie können wir Menschen für die Nöte in Afrika sensibilisieren? Wie können wir Projekte, wie das von Shaba weiter fördern? Welche Möglichkeiten gibt es, (nicht nur) in diesem Land die Abhängigkeit von westlichen Banken und östlichen Verlockungen zu verringern oder sich gar zu befreien?

    Dürfen afrikanische Länder überhaupt frei und unabhängig sein? Und was ist mit der Bevölkerung? Besteht sie nicht aus Menschen die eine Würde besitzen? Zum Glück (möchte ich sagen) gibt es Jesus und den Glauben an Gott. Egal, was mit uns passiert, wir sind im Glauben nicht mehr den Dingen der Welt unterworfen. Wir mögen auch leiden. Wir mögen auch gute Zeiten haben. Das Leben in der Welt ist für uns aber nicht mehr als eine Zwischenstation. Bis Jesus wieder kommt bete ich dafür, dass mehr und mehr Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Dann wird die Welt ein wenig besser, denn es gibt mehr Brüderlichkeit, mehr Zusammenhalt, wir achten mehr aufeinander, wir sind weniger egoistisch, wir benutzen unser Gehirn, wir übernehmen Verantwortung. Ja, wir können gut sein. Und am Ende sind wir doch auch nur alles Sünder.

    Ich hoffe, wir können Shaba und seine Gemeinde besser unterstützen, damit Alte ihre Würde behalten können, denn er kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten. Doch die sind jetzt umso bescheidener, wenn die Menschen, die in den Gottesdienst kommen, nicht mehr geben können, sondern weniger. Und das wenige ist nur noch halb so viel wert.

    Wer also etwas übrig hat, kann Shaba und seine Gemeinde unterstützen. Ich gebe gerne die Kontaktdaten weiter.

  • Tragödie

    Tragödie

    Und wieder wurde Malawi von einer Überschwemmung heimgesucht. Der Zyklon “Freddy”, einer der längsten Zyklone der Geschichte, wütet hier in Malawi und bringt diese Fluten durch heftigen Regen. Freddy lädt sich über dem Indischen Ozean immer wieder auf und um sich dann wieder auf dem Festland zu entfesseln. Auch in Mozambique, dem Nachbarland gibt es den Starkregen.

    Die Bilder, die ich gesehen habe und die Videos sind sehr schrecklich. Die kann ich euch nicht zumuten. Kinder, die tot geborgen werden, Häuser, die einstürzen. Die Bilder haben etwas voyeuristisches. Vielleicht ein Weg, wie man in Malawi versucht, mit dieser Katastrophe umzugehen. Die Fluten sind genauso zerstörerisch, wie damals, in Braunsbach oder letztes Jahr im Ahrtal. Die Häuser in Malawi sind jedoch weit weniger widerstandsfähig. Aber eigentlich ist es egal. So eine Naturgewalt hält nichts auf. Tod und Elend. Und damit nicht zu Ende. Die Seuchengefahr steigt natürlich auch. Im Süden des Landes gibt es (schon länger) Fälle von Cholera. Das Leid der Menschen können wir uns gar nicht vorstellen.

    Das Krasse dabei ist: Malawi erlebt diese Fluten sehr häufig, ja eigentlich im Jahresrythmus.

    Neben der Trauer, die ich über die vielen Todesopfer empfinde, mache ich mir natürlich auch Sorgen um die Farm. Wieviel Infrastruktur wurde zerstört? Dieses arme Land wird richtig gebeutelt.

    Bei so einer Tragödie werden sich viele Menschen die Frage stellen, wo Gott ist. Warum Gott so etwas zulässt? Ich denke, dass Gott über so viel Leid mit den Menschen weint. Gott ist nicht verantwortlich. Es sind physikalische Kräfte, die sich hier entladen. Gott ist nicht der Urheber des Sturms. Die Frage, ob es eine Strafe Gottes sei, möchte ich entschieden verneinen, denn es gibt andere Länder, die Gott verhöhnen, die eine Strafe eher verdienen würden. Aber alles in allem ist es nicht die Zeit für ein Gericht Gottes.

    Und eine Frage beschäftigt mich sehr: Wie gehen gläubige Christen in Malawi mit dem Leid um?